Die Schönen ohne Unterleib - TEEPUPPEN


 

 TEEPUPPEN

Die Schönen ohne Unterleib

 

 

 

 

Erweitert am 1.02.2015.

 

Über Ihren Eintrag in mein Gästebuch

würde ich mich freuen.

 

Diese Teepuppe aus der Passauer Manufactur ist so schön,.......

 

 

....dass ich sie hier gleich zweimal zeigen muss.

 

 

Eine seltene Teepuppe Art Deko.

 

 

 

Sehr interessante Teepuppe. Innen hat sie eine Marke von der

Porzellanfabrik Limbach,

 

 

Noch einmal Art Deko.

 

 

 

Diese Teepuppe, nach hinten aufgeklappt ist eine Puderdose.

 

 

Ist sie nicht verführerisch?

 

Es ist wieder Zeit, einige neue Teepuppen vorzustellen.

20. Januar 2015

 

 

Diese Schönheit ist ein Produkt von Bohne & Söhne.

 

 

 

So wie diese, nicht weniger schöne Teepuppe,

 

 

 

...und diese wohl auch.

 

 

 

Biedermeier Mädchen mit einer Geldkatze

 

 

Mädchen mit Beuteltäschchen und einem Riesenhut.

Hersteller ?????

 

 

 

Teepuppe von Dressel & Kister aus Passau.

 

 

Ein Produkt von der Ältesten Porzellanmanufactur Volksstädt Rudolstadt.

Die Rüschen sind aus einer feinen Porzellanspitze angefertigt.

Den Herstellungsprozes habe ich hier unten beschrieen.

 

 

 

Der Hersteller dieser Teepuppe ist "noch" unbekannt.

 

 

Das Dresdener Schockoladenmädchen nach Liotard

 

 

 

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Ein Kind mit Apfel von Dressel & Kister - Passau

 

 

Schön, aber ??????

 

 

Model Karoline von W. Goebel

 

 

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Wohl von Bohne & Söhne

 

 

Ungewöhnliches Schockoladenmädchen von W, Goebel.

 

14 August 2014.

Als ich dachte, es gibt keine schöne Teepuppen mehr, fand ich diese vier Prachtexemplare, mit denen ich hier natürlich angeben will.

 

 

Letizia, nach einem Bildnis von Tizian.

 

 

?????

 

 

Wie alle Teepuppen von der Passauer manufactur. Einfach SCHÖÖÖÖN.

 

 

Ab und zu etwas neues, damit es nicht langweilig wird:

Beigefügt am 3. Juni 2013.

 

Eine Rokoko Dame

 

 

Eine Art Deko Tänzerin, wohl von der Porzellanfabrik Katzhütte.

 

 

 

Eine Empire Dame.

 

 

 

Ein hübsches Kind von W. Goebel.

 

 

 

 

Neuerwerb - Diese Dame kann auch Rauchen.

Diese Scherzzigaretten kennt man aus den 30er Jahren.

Angezündet werden Rauchringe erzeugt.

 

  

Eine seltene Teepuppe, wohl von der Porzellanmanufaktur

Carl Thieme - Potschappel.

 

 

Teepuppe ohne Marke

 

Aus dem Musterzimmer von W. Goebel

 

Dame mit Ring, Elisabeth von Oesterreich.

Aus dem Musterbuch von W.Goebel

 

 

 Teepuppe im Stil des Biedermeier.

Diese Teepuppe ist mit einer Marke, wie sie die Manufaktur Fürstenberg verwendet hat versehen, stammt aber mit Sicherheit nicht von dieser Manufaktur.

 

 

 

Die Schönen ohne Unterleib - Teepuppen.


 Als ich vor über dreißig Jahren in einem vornehmen Antiquitäten Geschäft nach

Teepuppen für meine Sammlung fragte, erhielt ich folgende Antwort:

"Teepuppen? Nein, so ein Kitsch führen wir natürlich nicht. 

   Diese Diese pauschale Beurteilung, hat mich an ein Urteil des Kunst Historiker

für Stil-Geschichte, Johann Joachim Winkelmann *1717 +1768 erinnert,

den er über Meißener Porzellan Figuren des 18 Jh. fallen ließ. "Das mehrste Porzellan

ist in lächerliche Puppen geformt....." Wie man sehen kann auch ein Kunst Historiker

kann sich irren. Diese "lächerlichen Puppen" haben heute einen unschätzbaren Wert und

wir nennen sie Kunst des 18 Jh.

Wenn ich eine wirklich schöne Teepuppe vor mir  habe, so stelle ich mir oft diese Fragen :

"Was ist überhaupt Kunst und was ist Kitsch ? Und wer besitzt die Kompetenz dies zu

beurteilen?" In der Geschichte gab es schon viele Sachverständigen und Kunst Historiker,

die es versucht haben uns klar zu machen was Kunst ist und was nicht.

Ich möchte hier nur drei Begriffe aus der jüngsten Vergangenheit erwähnen! Kunst

des dritten Reiches, der Sozialistischer Realismus und die so genannte Entartete Kunst.

Die ersten zwei von diesen Kunst Stilrichtungen wurden seiner Zeit von Kunst - Sachverständigen

glorifiziert und die dritte wurde von ihnen verdammt. Mittlerweile sind alle diese drei

Beurteilungen wieder revidiert worden. Auch von Kunst Sachverständigen, wohlgemerkt!

"Kunst ist ein zur Meisterschaft entwickeltes Können." So wird das Wort Kunst treffend definiert.

Für mich ist jedoch die Antwort auf die Frage was Kunst ist viel einfacher. Kunst ist das, was gefällt.

Und mir gefallen diese Schönen ohne Unterleib.

  Die folgende Begebenheit beweist, wie wenig wir uns auf Urteile von Menschen verlassen können,

die wir auf Grund ihres Fachwissen für kompetent genug halten, um ein objektives Urteil über

Kunst zu fällen. Diese Begebenheit möchte ich den Besuchern meiner Homepage nicht vorenthalten:

"Der Kunst Kenner und stellvertretender Direktor einer großstädtischen Kunsthalle

wurde vor verborgen laufender Kamera um sein Urteil über die "Junge wilde Kunst der Dritten Welt"

gebeten worden. Der Fachmann bezeugte Respekt vor den Künstlern und erkannte sogar

gewisse Parallelen zur Kunst der zwanziger Jahren. Was er nicht wusste - die Bilder wurden von drei

Schimpansen aus dem Hamburger ZOO angefertigt."

Wie man sehen kann, es fällt uns offensichtlich allen schwer, ein Werk das uns als

Kunstwerk präsentiert wird, das aber unserem Geschmack nicht so ganz entspricht

einfach abzulehnen. Anderseits haben wir aber auch Probleme uns zu einem Werk,

das uns zwar gefällt, das von der Mehrheit aber belächelt oder als Kitsch bezeichnet

wird uns offen zu bekennen.

 

 

Ein bestes Beispiel dafür, wie schwer es vielen Menschen fällt,

die eigene Meinung zum Thema Kunst zu äußern, hat uns allen

Hape Kerkeling in einer TV Sendung geliefert. Wer diese Sendung

gesehen hat, dem wird das Stichwort HUUURZ genügen, um zu wissen,

was ich hier meine und wer die Sendung nicht gesehen hat,

der kann sie sich in voller Länge hier anschauen.

 

http://www.youtube.com/watch?v=RAx0P-8n5K4

 


 

BEI SO EINEM "KITSCH" GEBE ICH ZU: " ICH LIEBE KITSCH"

 

Es ist aber nicht meine Absicht, hier beweisen zu wollen, dass Teepuppen Kunst,

Kitsch oder etwas dazwischen sind.

Ich will sie Ihnen einfach nur zeigen, meine Freude über sie mit Ihnen teilen und denen

die sie sammeln gewisse Orientierungshilfe zu leisten. Sollte mal jemand trotzdem behaupten,

dass es sich bei Teepuppen um Kitsch des beginnenden 20 Jh. handelt, dann muss  ich bekennen:

Ich liebe Kitsch.

 "Teepuppen", oder "Kaffeewärmer-Puppen" sind zwei Begriffe die erst in den 20er Jahren geprägt

wurden. Sie sind eine Sammelbezeichnung für Büsten oder Köpfe aus Porzellan, Wachs,

verschiedenen Kompositionen, Gips und "ähnlichen Materialien. Es sind Büsten denen außer

der Eigenschaft als Ziergegenstand zu dienen, eine zusätzliche Funktion zugedacht wurde.

Sie sind - oder sie waren fast immer ein Teil von Kaffee - Teewärmer, Nadelkissen, Puderquasten,

Tischbesen Konfektdosen oder anderen Gegenständen. Sie erfüllten viele Funktionen. Nur eine nicht.

Es waren keine Spielpuppen. Im Prinzip, waren sie vielmehr eine Art Künstler 

oder Dekorationspuppen für Erwachsene.

Im deutschsprachigen Raum leitet man die Bezeichnung "Teepuppe" von der Tatsache ab,

weil man sie hauptsächlich als Teil eines Teekannenwärmer kennt. Allgemein nennt man sie

aber auch dann Teepuppen, wenn sie z.B. Teil eines Nadelkissen oder Konfektdose sind.

In England nennt man sie "Pin Cashion Ladys" was wiederum übersetzt Nadelkissendamen

bedeutet und sie werden dort ebenso genannt, wenn sie einen Kaffee oder Teewärmer verzieren.

Amerikanische Sammler, haben für dieses Sammelgebiet eine treffendere Bezeichnung.

"Half Dolls". "Halbpuppen". Ganz korrekt ist aber auch diese Bezeichnung nicht, denn es gibt

auch ganze Puppen, oder nur Köpfe, die aber auch zu dieser Kategorie gehören.

 


 
TEEPUPPE? HALF DOLL? PIN CUSHION LADY? ALLES IST RICHTIG

 

Die Bezeichnung "Teepuppe", war schon in den 20er Jahren umstritten, wie ein Ausschnitt aus der

Tschechischen Illustrierten Zeitschrift "Hvezda" (Stern) aus dem Jahr 1927 beweist. Es ist ein Auszug

aus einer Anleitung zum Herstellen einer Teepuppe.


"Teepuppen." Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn wir diese Puppen, "Dekorations-Puppen"

nennen, denn nicht immer werden diese Teepuppen als Wärmer für den Tee benutzt. Sie

dienten eher zur Wohnungszierde als dem ursprünglichen praktischen Sinn."  Besonders reizvoll

sind sie, bekleidet im Stil des Rokoko oder des Biedermeier. Der Kopf oder die obere Körperhälfte

wird an einer Drahtkonstruktion, die verziert mit einer passenden Bekleidung, die Form des Rockes

unterstützt. Den Körper der Teepuppe kaufen wir schon fertig. Die Konstruktion aus Draht beziehen wir

als erstes mit wattierten Stoff den wir schräg anschneiden, oben anraffen und unten an den Drahtreif

annähen. An den oberen Teil der so bezogenen Drahtkonstruktion, nähen wir das Teepuppenoberteil an,

dann erst bekleiden wir die Puppe mit weiteren Teilen der Bekleidung. Was für wunderschöne

Kleider geschickte Hände auf diesem einfachen Drahtkörbchen zaubern können, zeigen unsere Bilder.

Vielleicht gelingt es unseren Leserinnen noch schönere Kleider anzufertigen, was wir Ihnen von

ganzen Herzen wünschen. Als Material dient uns selbstverständlich nur Seide, verschiedene Spitzen,

Tüll und Muschelin. Reste dieser Materialien finden sich sicher in jedem Haushalt in ausreichender Menge

. Achten Sie bitte darauf, dass Sie die Bekleidung im Charakter zum Oberteil anfertigen.

Diese Oberteile sind verschiedenartig, meist aber in Stil des Rokoko oder Biedermeier.

Es gibt aber auch Puppen des modernen Typs, es gibt Negerpuppen, Japanerinnen usw.

Diese sind bestimmt für weiche Dekorationspuppen (Diwanpuppen). für die Krinoline der Teepuppe

sind sie nicht geeignet.

 

 SOLCHE TEEPÜPPCHEN WAREN MEISTENS TEIL EINES NADELKISSENS 

ODER EINER BONBONIERE

 

 Teepuppen sind eine von den vielen kleinen Kostbarkeiten des aufgehenden zwanzigsten Jahrhundert.

Sie zierten die Vitrine vieler bürgerlichen Familien,

sie verschönerten die Toiletten von vornehmen Damen

in ihrem Boudoir und sie waren die Krönung einer feierlich gedeckten Teetafel. Auch Mitglieder

adeliger Familien fanden gefallen an diesen Puppen, wie es eine Teepuppe aus dem Besitz

"Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Alfons" belegt.

Siehe: http://stanisl.beepworld.de/kaffee-teewaermer.htm

 

 Wie alt sind Teepuppen ?

 

Das ist eine Frage, die sich jeder Teepuppensammler stellt. Auch wer die erste Teepuppe herstellte,

ist eine Frage die alle Sammler beschäftigt. Leider bleibt uns eine präzise Antwort auf diese beiden

Fragen wahrscheinlich für immer unbeantwortet.

Die meisten Teepuppen aus Porzellan, in der Form wie wir sie heute kennen, wurden erst nach 1900

hergestellt. Genauer gesagt, erst ab ca. 1910. Diese Feststellung wird für manch einen

Teepuppensammler sehr enttäuschend sein, denn die Art der Ausformung und auch deren Motive,

lassen uns oft glauben und hoffen, sie seien bedeutend älter.

Wir können heute nur folgendes vermuten. Irgendwann in der Zeit um 1900, irgendwo in Deutschland

beim Kaffee oder Tee trinken, wurde die Idee eine Teepuppe herzustellen geboren. Es bedarf keine

große Fantasie auf die Idee zu kommen, an den in der damaligen Zeit so verbreiteten Kaffee

oder Teekannenwärmer, der so sehr an einen Reifenrock erinnert, eine Halbpuppe anzunähen und

so das Gebilde einer vornehmen Dame auf die feierlich gedeckte Tafel zu zaubern. Es war die Zeit,

in der jede Hausfrau alles tat, um ihr Heim mit Geschick ihrer Hände zu verschönern. Vielleicht war

die erste Teepuppe eine ausrangierte Spielpuppe oder eine zerbrochene Porzellanfigur die für den

Abfalleimer noch zu schade war. Diesen Gedanken, eine Halbpuppe zu bekleiden, hat dann ein

cleverer Porzellanhersteller aufgegriffen und so wurde im Laufe der nächsten dreißig

Jahre der ganze Europäischer Kontinent mit diesen Teepuppen überschwemmt. Erst als reine

Zierpuppe gedacht, später dann in der vollen Vielfalt an Funktionen. Sie wurden für jedes

Portemonnaie hergestellt. Die einfachen Ausformungen, die in einem Stück gegossen wurden

für ein paar Groschen aber auch ganz anspruchsvolle Teepuppen, für deren Herstellung mehrere

Formen benötigt wurden und die in der Zeit vor dem ersten

Weltkrieg 30 Mark und auch mehr kosteten.

Im Jahre 1920 wurde von Teepuppen berichtet, die dreitausend Mark und mehr kosteten.

Ob es sich hier um ein Preis in Papiermark oder in Goldmark handelte sei dahingestellt.

Man kann aber davon ausgehen, dass sich der Preis für Teepuppen in guter Qualität in der

Höhe bewegten, dass sie sich nur gut situierte Menschen leisten konnten. Weil die wenigen

Quellen über Preise von Teepuppen nicht ganz exakt datiert sind, können wir uns heute

nur schlecht eine Vorstellung über deren realen Wert in der Zeit ihrer Entstehung machen.

Auch die Umrechnung in den heutigen Kurs in Euro, ist mit Schwierigkeiten verbunden,

denn die meisten Teepuppen wurden in der Zeit der Inflation hergestellt. Also in einer Zeit,

in der sich der Wert des Geldes von Jahr zu Jahr und man konnte sagen von Tag zu Tag geändert hat.

Hier ein Beispiel über die Preisentwicklung für eine Kinderzeitschrift im Jahre 1922.

"Am Anfang des Jahres, betrug der Monatspreis für diese Kinderzeitschrift die Wöchentlich

erschienen ist 100.- Mark. Vier Monate später musste man für so eine Monatsausgabe

bereits 400.- Mark bezahlen.

 

 

EINE GROßE TEEPUPPE VON GEBRÜDER HEUBACH IN LICHTE

 

 Noch deutlicher, erscheint uns die damalige Währung Situation anhand folgender Zahlen.

 

Z e i t :                        Wert v. Papiermark:         Wert v. Goldmark:

Januar 1918              10.-                                      8.-

Januar 1919              10.-                                      5.13

Januar 1920              100.-                                   9.67

Januar 1921              100.-                                   6.05

Januar 1922              100.-                                  2.52

Dezember 1922       1.000.-                               6.34

Januar 1923             10.000.-                             4.94

Mai 1923                  100.000.-                           8.40

Juli 1923                  1.000.000.-                        9.83

August 1923           10.000.000.-                      9.81

September1923    100.000.000.-                    9.43

Oktober 1923        1 Milliarde                          9.21

November 1923    10-100 Milliarden              1.23

Dezember 1923    1 Billion                            1.-

 

Wollen wir uns anhand von diesen Zahlen noch weiter mit Teepuppen Preisen belasten ???

Es ist wirklich uninteressant über die damaligen Preise für Teepuppen zu spekulieren,

denn in dieser schweren Zeit gab es sicherlich viele Menschen, die sich selbst die billigste

Teepuppe nicht leisten konnten.

Die ersten Teepuppen - oder genauer gesagt Brustplattenköpfe mit den dazugehörigen

Gliedern aus glasierten Porzellan, wurden meiner Kenntnis nach, erst 1910 in der Zeitschrift

"Welt der Frau" erwähnt. Es waren Produkte der Königlich - Bayrischen Porzellan Manufaktur

in Nymphenburg. "Diese Köpfe und Glieder wurden von Damen der Münchner Gesellschaft mit

Hilfe des schon erwähnten Drahtgestell zu einer grazilen Gestalt, einer Art "Künstlerpuppe" erstellt,

und mit Hand genähten Kostümen in verschiedenen Stilrichtungen ausgestattet." Die Anleitungen

dazu lieferten die Frauenzeitschriften "Welt der Frau", die "Beyers Deutsche Modezeitung",

die im Leipziger Verlag W. Vobach erschienene Zeitschrift "Frauen - Fleiß" die Tschechische

Illustrierte Zeitung "Hvezda" (Stern) und sicher auch viele andere Frauenzeitschriften, die darauf

warten von uns entdeckt zu werden.

 

 

 MADAME POMPADOUR TEEPUPPE MIT ENER GEFÄLSCHTEN MARKE 

DER PORZELLANMANUFAKTUR LUDWIGSBURG

 

 "Durch die Teegesellschaften, die zur Zeit häufigste Verkehrsform, wird in mancher

Hausfrau der Wunsch entstehen, den Teetisch so originell, stilvoll und niedlich wie irgend

möglich, für ihre Gäste herzurichten. Daher nimmt bei der heutigen Vorliebe für Puppen

bei groß und klein die Teepuppe ein ganz besonderes Interesse für sich in Anspruch, und

"Madame Pompadour", "Jettchen Gebert" oder "La belle chocolatiere" lauschen stumm

lächelnd häufig vom Teetisch beim lustigen Geplauder oder ernsten Sorgen der Damen des 20.

Jahrhunderts. Denn nur weite, lange Röcke, die uns der Rokoko oder Biedermeierstil bietet,

oder Bauern und Nationaltrachten sind möglich zur Bekleidung dieser zärtlichen Dämchen,

und man berücksichtige bei der Wahl einer Teepuppe, Stil und Farbe des Geschirrs,

sowie der Einrichtung. Als Grundform jeder Puppe, dient ein Drahtgestell, das man am besten

fertig kauft, jedoch auch selbst herstellen kann. In diesem Fall verwendet man Draht in Stärke

einer mittelstarken Stricknadel, von dem ein 22, ein 80 und ein 100 cm. langes Stück je an dem

einen Ende mittels einer Draht Zange 1 cm. lang zur Öse, am anderen Ende zum Haken

umgebogen und hiermit zur Rundung geschlossen werden. Da für Teepuppen die ovale

Form bevorzugt wird, biegt man den unteren, weitesten Reifen, bis er einen längs Durchmesser

von 38 cm. und Breitendurchmesser von 21 cm. erhält, den mittleren dementsprechend,

der obere bleibt rund. Nun verbindet man diese Runddrähte durch seitlich 33 cm. vorn und hinten

durch 28 cm. lange Drähte, die zunächst mit Hilfe der Drahtzange um den untersten Draht, dann 8 cm.

höher um den mittleren und mit den Enden um den oberen Runddraht befestigt werden. 

 Kaffeepuppen werden der Form der Kaffeekanne entsprechend, meist rund hergestellt,

wofür die längs Stücke eine gleichmäßige Höhe von 33 cm. haben müssen.   

Da bei diesen Gestellen die Gefahr des Rosten sehr nahe liegt, schützt man sie durch

umwickeln mit Band oder Stoff Streifen, wie es für die Lampenschirme mit Abb. 1-4 gezeigt ist.

Nachdem alle Drähte fest bewickelt sind, bedeckt man das Gestell innen und außen mit Watte,

die oben entweder eingereiht, Abb. a, oder der Form entsprechend durch Abnäher eingeengt

wird und an den Kreuzungspunkten der Drähte angeheftet wird. Sie umschließt unten glatt das

Gestell und ist überwändlich dem untersten und obersten Draht anzunähen und an den Querrändern

mittels Kreuz Nähstichen zur Rundung zu schließen........" Auf dieser Stelle folgt dann die

ausführliche Anleitung zu Herstellung der Bekleidung von Teepuppen.

Zum Bekanntheitsgrad der Teepuppen hat sicherlich eine Trachtenpuppen - Ausstellung,

des Münchner Kunstgewerbeverein beigetragen, über die im "Cieslik`s Lexikon der deutschen

Puppenindustrie" berichtet wird. Der Erfolg war so groß, das auch die

Berliner Königliche Porzellanmanufaktur und die Porzellanmanufaktur

Dressel und Kister in Passau mit Produktion dieser Puppenköpfe begann.

In der Porzellan - Manufaktur Meißen wurden auch Puppenköpfe hergestellt,

die oft alles andere als kindliche Züge trugen und die wegen ihrer entsprechenden

Annähvorrichtung als verwendbar für Teepuppen angesehen werden dürfen.

Es handelt sich hier um folgende Modelle.:

Puppenköpfe mit der Form-Nr. W.7.a bis c. (weiblich)

Puppenköpfe mit der Form-Nr. W.8.a bis d. (weiblich)

Puppenköpfe mit der Form-Nr. X.21 und 63 (weiblich)

Puppenköpfe mit der Form-Nr. Y.53/1 bis Y.53/5 (männlich)

Puppenköpfe mit der Form-Nr. Y.54/1 bis Y.54/5 (weiblich)

Das genaue Datum der Herstellung dieser Modelle ist leider nicht überliefert,

es gilt aber als ziemlich sicher, dass dafür die zweite Hälfte des 19Jh.  in Frage kommt.

Dieser Entwicklung folgten dann auch viele Porzellanfabriken in Thüringen, Sachsen und Bayern.

 

Produkt der Porzellanfabrik D&K in Passau.

 

In der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion von Teepuppen durch Einwirkungen

des selben so gut wie eingestellt. Da sprangen verschiedene Porzellanhersteller in Japan ein und

übernahmen die Produktion von Teepuppen, hauptsächlich für Export nach USA. Viele japanische

Teepuppen wurden dem deutschen Modellen nachempfunden aber deren Qualität, hat die

der deutschen Teepuppen nie erreicht. Die Ausformungen wurden vereinfacht und die Bemalung

war sehr einfach, meist sogar primitiv. Auch der Japanische Frauen Typus kam bei diesen Teepuppen

immer zum Vorschein, was nicht immer dem Europäischen und Amerikanischen Geschmack entsprach.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 feierten die Teepuppen ihren "Comeback".

Die Teepuppen Produktion wurde erneut aufgenommen und immer neue Modelle überschwemmten

nicht nur den Deutschen Markt. Die Deutsche Teepuppe eroberte die Welt. Sie wurde in großer

Anzahl nach Frankreich, England und in die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert.

Sogar Neu Seeland war ein großer Abnehmer Deutscher Teepuppen aus der

Bayrischen Porzellanmanufaktur in Passau.

 

EIN PRODUKT DER PORZELLANMANUFAKTUR VOLKSTEDT RUDOLSTADT

 

 AUCH FÜR DIE PRESSE WAR DIE TEEPUPPE EIN THEMA.


Im Jahre 1926 berichtete die "Deutsche Export - Revue" unter dem Titel

"Die Puppen mit denen man nicht spielt" folgendes:

"Auch der erwachsene muss seine Puppe haben, sei es

die Teepuppe, die den Tisch ziert und den Tee wärmt,

oder die Puppe, die sich auf dem Klubsessel oder dem Sofa

räkeln darf. Von ihnen plaudern die folgenden Zeilen.

Die Teestunde, welche in unserer Zeit der beschränkten Geselligkeit erhöhte Bedeutung

gewonnen und die für einige Stunden Freunde, Bekannte und Verwandte zu zwanglosen

Zusammensein vereinigt, um hier bei anregendem Geplauder,Tanz und einer guten

Tasse Tee des Tages Verdrießlichen zu vergessen, gibt eine Fülle von Möglichkeiten,

Geschmack, Eleganz und Individualität zu entwickeln. Je nach dem Kreis, in dem man lebt,

ist der Teetisch mit mehr oder weniger Raffinement, mit peinlicher Sorgfalt, spielerischer

Eigenart oder solider Gediegenheit arrangiert. Es gibt Teetische, die das getreue Abbild

der Dame des Hauses sind und die zu sehen ein ästhetischer Genuss ist.

Mögen sie von Silber strotzen, von hauchzartem Porzellan und Kristall schimmern,

Alt - Wiener Geschirr augenfällig machen, auf keinem dieser Teetische wird die Teepuppe fehlen.

Sie hat hier Herrscherinnenrechte, die ihr selbst der elektrische Teekessel nicht streitig

machen kann. Und ist ihr Platz nicht auf dem eigentlichen Tisch selbst, so thront sie mit

einer Grazie und lässiger Würde auf dem Teewagen oder einem der kleinen Anrichtetischen

zur Seite der Hausfrau.

Der Verdienst, die Teepuppe geschaffen und auf den Markt gebracht zu haben, gebührt dem

Kunstgewerbe, dieser Gruppe deutschen Gewerbefleißes, welche mit ernstem Streben,

künstlerischer Eigenart schafft und entwirft. Die modischen Extravaganzen,

der oft allzu laut betonte Expressionismus einer kleinen Gruppe Außenseiter sind gottlob l

autlos wieder in der Tiefe verschwunden. Hochwertige Artikel beherrschen den Markt,

die Schönheit und Zweckmäßigkeit in sich vereinen. Schöpfungen,

die den guten Ruf des deutschen Kunstgewerbes neu zu befestigen, ihm neue Freunde gewinnen."

Man unterscheidet bei den Teepuppen drei Kategorien, die aus Wachs,

aus Porzellan und solche aus Kompositionsmasse. Diese ist ein leicht modellierbares Material

voll lebenswahrer charakteristischer Eigenart. Die Technik der Ausführung hat sich hier

zu einer Verfeinerung ausgebildet, die kaum zu übertreffen ist.

Die Anregung für die reizvollen Teepuppen Schöpfungen holt man sich aus allen Ländern,

von allen Völkern und aus allen Zeiten. Ein immer gern gesehenes Modell ist die Rokoko Dame.

Dieses zierliche Geschöpfchen ist gekleidet in schimmernde Seide, schweren Brokat,

in Tüll und Spitzen. Seinem Reiz kann sich auch der modernste Mensch nicht verschließen.

Die friederizianische Zeit gibt ebenfalls Gelegenheit zu wirksamen Modellen, ebenso sind

Biedermeier und die Epoche der französischer Renaissance beliebte Vorbilder,

deren fein durchdachte Wiedergabe überraschende Ausdruckfähigkeit, Freude und Genuss sind.

Auch in den großen Hotels findet der Fünf - Uhr - Tee, mit und ohne Tanz, seit Beginn

der Wintersaison besondere Bedeutung. Um diesen Hoteltees nun eine neue anregende

Abwechslung zu geben, veranstaltet man neuerdings kleine Verlosungen, deren Hauptgewinn

immer eine Puppe ist. Meistens sind es jene bizarren schlanken Figurenpuppen,

die man auf die Seidenkissen einer Ottomane, in den Klubsessel, auf die Lehne eines Fauteuils posiert.

Typen, die menschliche Narrheit, Drollerei, hypermoderne Sinnlichkeit, kindliche

Unbeholfenheit plastisch zum Ausdruck bringen. Die Tanz - Darstellung bezeichnend für unsere Zeit,

dominiert auch hier. Es gibt entzückende Figürchen, weit über dem süßlichen

Darstellungsgenre stehend; anmutige Tänzerinnen verschiedenster Stilart, Grotesktypen,

Bronze schimmernde Körper glutäugiger Odalisken in phantastischer Gewandung.

Auch Pierrot und Colombine, jene nie ermüdenden Maskentypen, in welchen sich

menschliche Narrheit und seelische Qual so beredt spiegeln, fehlen nicht.

Nicht unerwähnt sollen bleiben der kleine blond lockige Hotelpage in seiner vielknöpfigen

Livrée so wie der schlanke Knabe, Genre "Blue boy", im schmeichelnden Samtanzug.

Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir auch dieser Puppe, der aparten Schöpfung

deutscher Kunstgewerbler, einen Siegeszug durch alle Länder prophezeien, den die Stunde

des Fünf - Uhr - Tees im fashionablen Hotel ist international und die Idee der Teepuppe

zu unterhaltend, um nicht Nachahmung zu finden.


Eine Pressestimme aus dem benachbarten Ausland.


 Über eine weniger bekannte Verwendung von Teepuppen berichtet die Wochenzeitschrift für

Tschechoslowakische Frauen und Mädchen "Hvezda" (Stern), unter dem Titel "Ihr zweites Ich".

In der londoner Gesellschaft ist eine neue Mode aufgekommen.

Auf einem großen Gesellschaftsball, auf dem auch die Regentin von York teilnahm,

erschienen viele Damen, die Puppen auf dem Arm trugen. Alle diese Puppen waren

genau so gekleidet wie ihre Eigentümerinnen. Aber nicht nur das ! Auch die Ähnlichkeit

mit den Damen die sie auf dem Arm trugen war verblüffend. Das gleiche Lächeln, gleiche Frisur,

Schmuck und Fächer. Es waren exakte Doppelgängerinnen. (Die kleineren Damen,

die sind natürlich billiger)" Vermerkte damals scherzhaft der Drucksetzer.

 

 

Das unaufhaltsame Ende der Teepuppen.


So groß wie die Beliebtheit der Teepuppen in den 20er Jahren war, so kurz war auch ihr Leben.

In den späten dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts bestand kaum noch bedarf an diesen

Puppen und so wurde die Produktion in allen Manufakturen nach und nach ganz eingestellt.

Zwar wurden noch bis in die späten vierziger Jahre vereinzelt Versuche unternommen,

Teepuppen an man - genauer gesagt an die Frau zu bringen. Da handelte es sich

vermutlich nur um alte Warenbestände. Aber auch diese letzten Versuche waren zum

scheitern verurteilt und heute, ein halbes Jahrhundert später, wissen die wenigsten

Menschen wovon die Rede ist, wenn man von Teepuppen spricht.

Den wirklich allerletzten Versuch Teepuppen auf den Markt zu bringen, hat in den sechziger

Jahren die Porzellanfabrik Fasold & Stauch in Thüringen (damals noch die DDR) unternommen.

Es wurde ein Katalog für den Export herausgegeben, in dem vierzehn einfache Teepuppen,

angeboten wurden. Aber auch hier handelte es sich um alte Warenbestände.

Ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt war sei zu bezweifeln.

 

 

 MODELL KAROLINE VON W. GOEBEL


 TEEPUPPENHERSTELLER IN ÜBERSICHT.


 Arenberg Else. Kunstgewerbe Atelier/Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1919,1920,1921.

 Bauer & Richter. Rodauer Puppenfabrik Stadtroda/Thüringen.

Teepuppen und Nadelkissen - Fabrikation.

Bauersachs Emil Sonneberg.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Beaumont Iris. Stätte für Kunstgewerbe/Berlin. Teepuppen. Marke "IB".

 Beitz Lilli. Wiener Kunstgew. Atelier "Lilli" Berlin.

Stellte nach 1919 Teepuppen her.

 Berndt R.E.

Teepuppenkopf-Fabrikation/Berlin.

 Bohne Ernst & Söhne. Porzellanfabrik/Rudolstadt.

Teepuppen bester Qualität. Teilweise mit Marke "Krone u. N".

 Carl Schneiders Erben.

Teepuppen, Badedamen u. Nadekissenfiguren. Teilw. m. Marke.

Derichs & Sauerteig. Coburg Kunstgewerbliche Werkstätten.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

 Deutsche Tapisserie-Fabrik GmbH. Berlin.

Inseriert 1920 Teepuppenköpfe.

 Dressel, Kister & Co. Porzellanfabrik/Passau.

Teepuppen hervorragender Qualität. überwiegend mit Marke.

 Elektro-Vulkan Werk Nürnberg.

Inseriert 1921 Teepuppen mit echten Haaren.

 Fasold & Stauch. Porzellanfabrik Bock/Wallendorf.

Teepuppen mittleren Genre.

 Fraenkel M. Schweidnitz/Schlesien.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

 Frankenthal Friedrich. Kleinkunst-Werkstätte Dresden.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

 Fries Maria. München.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

 Galuba & Hofmann. Porzellanfabrik/Ilmenau.

Teepuppen,Badefiguren mit Badenetzanzügen u. Nadelkissenfiguren

 Goebel W. Porz. Fabrik u. Kunst keramische Werkstätten Oeslau.

Teepuppen u. Nadelkissenpuppen. Die meisten mit der "WG" Marke.

 Golschiner. Puppenfabrik/Berlin.

Teepuppenherstellung.

 Grobe Fritz H. Kunstwerkstätte Berlin.

Inseriert 1920: Bezugsquelle für Teepuppen,Teepuppenköpfe u. Kunstgewerbliche Neuheiten.

 Heinz Reichhard München.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

 Herend. Porzellanmanufaktur /Ungarn.

Teepuppen mit Fabrikmarke.

 Hertel, Schwab & Co. Porzellan. Fabrik. Stutzhaus/Ohrdruf.

Teebüsten und Nadelkissen.

 Hertwig & Co.. Porzellan u. Steingutfabrik Katzhütte/Thüringen.

Teepuppen,Nadelkissen,Tropfenfänger und Badefiguren.

 Herzpuppenfabrik GmbH.

Teepuppen,Nadelkissenpuppen,Künstlerpuppen,Wachs Marke "HPF".

Heubach Gebrüder. Porzellanfabrik Lichte/Thüringen.

Inseriert auf der Messe in Leipzig 1919,1921 u.1923 Teepuppen.

 Hirschberg Max/Hamburg.

Inseriert Teepuppen aus Wachs, Bisquit u.Porzellan.

 Kestner J.D. Spielwarenfabrik/Waltershausen.

Teepuppe,Tee u. Kaffeewärmerköpfe,Nadelkissen, Puderdosen.

Kister A.W.Fr. Porzellanfabrik/Scheibe-Alsbach.

Teepuppen,Nadelkissenpuppen u. Köpfe.

 Kunstgewerbe-Atelier "Buska"B & S Kapelner Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Limbach AG: Porzellanfabrik.

Teepuppen mit der Kleeblattmarke.

Lipmann & Frankenberg Hamburg.

Inseriert 1921 Teepuppenköpfe.

Lutz Albert Münchner Kunst und Dekoration.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Lühdemann - Werkstätten Hamburg.

Inseriert 1921 Künstlerische Stickereien,Kissen,Teewärmer.

 Meyer L.S. GmbH Frankfurt/Mein. Zweigniederlassung/Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Mothes Emil. Greiz.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920, 1921.

Mühlberg Georg. Weimer.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Münchener Werkkunst.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Näckler & Tittel. Schneeberg.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Odenheimer Leopold Karlsruhe.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Offenbacher & Co GmbH Nürnberg.

Inseriert: "Oco" Teepuppen mit Halsschmuck.

Pensky Alfred. Kleinpuppenfabrik. Badedamen,Nadelkissenpuppen,

Bonbonieren u. Puderdosen.

Persch Alfred. Porzellanfabrik Hagewald/Böhmen

Teepuppen. Marke A.P.H.

Plaschke Friedrich / Berlin.

Teepuppenköpfe - Fabrikation. Inseriert 1921 Tee-Kaffee u. Vitrinenpuppen.

 Pogu Poppert & Co. GmbH. Atelier/Berlin.

Teepuppenköpfe - Herstellung.

Rahn Nachf. Georg Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Riedeler August. Porzellan u. Puppenfabrik Königsee/Garsitz.

Teepuppenherstellung.

Hauptsächlich für Export.

 Rosenthal S. Hamburg.

Inseriert 1921 Teepuppen und Köpfe.

Roth Victor Sonneberg.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Schmidt Bruno. Puppenfabrik/Waltershausen.

Teepuppen mit Herzmarke u. Modellnummer.

Schmidt Hermann Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Schwarz Leni Mittweida.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Seidenschirm-Industrie Lotte Jacobsen-Schneider Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Starke Willi. Werkstätten für modernes Kunstgewerbe Dresden.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Steif Margarete. Fabrikation weichgestopfter Spielwaren.

Teepuppe als Kaffeewärmer. Modelle "ADELE" u. "KÖCHIN".

Steindorf Rosy Berlin/Schöneberg.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Steinmetz August Werkstätten für Münchner Kleinkunst.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Tersch. Kunstwekstätte / Berlin.

Tee- u. Kaffeewärmer. Marke T.K.B.

Thieme Carl. Sächsische Porzellanfabrik zu Potschappel.

Teepuppen Gute Qualität, teilweise mit der "SP" Marke.

Verband Schles. Textilkünstlerinnen "Heimatkunst" Breslau.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1920.

Voigt Gustav Erfurt.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Volkskunst Wallach. München.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Volkstedt - Rudolstat. Die erste Volkstedter Porz. Manufaktur

Teepuppen. Auch in Spitzenporzellan mit Fabrikmarke.

 Weber K. München.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

Weiß, Kühnert & Co. Porzellanfabrik Gräfental/Thüringen.

Teepuppen und Puderquasten Griffe.

Wolf & Rosenzweig Berlin.

Teilnahme an der Leipziger Messe 1921.

 

 Marken, Modellnummer,

meistens aber kein Hinweis auf den Hersteller.

 

 

Postkarte von W. Goebel.

Auf der Rückseite ist die Bestätigung einer Bestellung.

 

Der Grund ist mir nicht bekannt,aber die Tatsache dass die wenigsten Hersteller ihre

Teepuppen mit einer Marke versehen haben ist Schuld daran, dass wir heute so wenig

über sie wissen. Einer der bekanntesten Teepuppen Hersteller ist die Porzellanfabrik und

kunstkeramische Werkstätten W. Goebel in Oeslau. Sie nannten Teepuppen in ihren

Messekatalogen Wilhelmsfelder Teebüsten und empfahlen sie in ihrem Prospekt,

für Vitrine, Etagerie, als Attrappe, und auch zur Belehrung der Jugend (Stillehre).

Die Teepuppen der Porzellanfabrik W. Goebel sind bis auf wenige Ausnahmen,

alle mit einer Marke versehen.

Der zweite  bekannte Teepuppen Hersteller war die Manufaktur

Dressel und Kister in Passau (1840-1942).

Teepuppen aus dieser Manufaktur sind an der, für diese Manufaktur so typischen

schmalen Basis zu erkennen.

Auch die Art der Bemalung der Haare verrät uns die Zugehörigkeit zu dieser Manufaktur.

Die meisten Passauer Teepuppen sind auf der Basis mit der Bischofsstrabmarke gezeichnet.

Teepuppen von Passau sind relativ sehr selten. Vor allem die aus der so genannten

Historischen Serie.

Ein Modell von Passau ist dagegen sehr oft anzutreffen. Es ist das Modell der ersten Hofdame und

Freundin von Marie Antoinette, der Prinzessin Lamballe. Bei diesem Modell handelt es sich um ein

wahrscheinlich sehr beliebtes Motiv, das auch von anderen Porzellanfabriken in vielen Variationen

hergestellt wurde.

Zu erwähnen ist auch die Porzellanfabrik C. Schneider´s Erben in Gräfental die ihre Teepuppen

manchmal auch mit einer Marke versehen hatte.

Teepuppen aus der Feinsteingutfabrik Hertwig & Co.

in Katzhütte verließen dagegen die Fabriktore ohne Marke und oft auch ohne Modellnummer.

Gelegentlich tauchen auch Marken von der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik in Rudolstadt,

von Carl Thieme in Potschappel und die Kleeblattmarke der Porzellanfabrik Limbach auf.

Teepuppen, von einer ausgezeichneter Qualität stammen aus der Porzellanfabrik Bohne und Söhne.

Gelegentlich kann man hören von Teepuppen aus der Königlichen Porzellanmanufaktur in Meißen

Auch in dem "Millers Antiques Price Guide", ist eine Teepuppe in der klassischen Form

abgebildet und als Produkt der Manufaktur Meißen bezeichnet. Ich fragte in der damals Volkseigenen

Manufaktur nach. Es wurde mir aber vom Archivar der staatlichen Manufaktur versichert,

dass trotz intensiven Durcharbeiten aller einschlägigen Arbeitsmaterialien, keine positiven Hinweise

für eine Herstellung von Teepuppen in der Sächsischen Porzellanmanufaktur gefunden wurden.

(Diese Auskunft des Hauses wurde am 05.08.96 revidiert und wie schon hier auf anderer Stelle erwähnt,

die Produktion von Puppenköpfen die zum herstellen von Teepuppen verwendet werden können,

konnten bestätigt werden. Es wurden aber keine Hinweise über Herstellung von den klassischen

Teepuppen (Halbpuppen) in dem Archiv gefunden.

Fazit: "So wie nicht alles Gold ist was glänzt, ist auch nicht alles Meißen,

was mit den Kurschwertern gezeichnet ist."


 Gefälschte, verfälschte und falsch gedeutete Marken.

 

Marie Antoinette, Teepuppe mit einer gefälschten Marke.


 In meiner Sammlung befinden sich zwei Teepuppen die mit der alten Ludwigsburger

Marke gezeichnet sind. (Krone mit zwei verschlungenen C).  Es ist aber ausgeschlossen,

dass es sich bei diesen zwei Teepuppen um Produkte der Ludwigsburger Manufaktur handelt,

denn in der Zeit, in der Teepuppen hergestellt wurden, war die Porzellanmanufaktur

Ludwigsburg geschlossen, und in der Zeit zwischen der Gründung der Manufaktur im

Jahre 1758 und der Schließung im Jahre 1824, so wie nach Wiederaufnahme der Produktion

nach 1946 wurden dort keine Teepuppen hergestellt. Es handelt sich also ganz eindeutig

um eine gefälschte Marke. Wenn es die Kunden wünschten, wurde diese alte Ludwigsburger

Marke von der Porzellanmanufaktur Carl Thieme in Potschappel verwendet. Weil diese

Porzellanmanufaktur auch Teepuppen herstellte, so könnte man annehmen,

dass es sich bei diesen zwei Teepuppen um deren Produkte handeln kann. Anderseits

war es aber auch bei anderen Herstellern von Porzellan schon immer üblich, Marken berühmter

Manufakturen zu fälschen, oder mindestens zu verfälschen. Auch die Tatsache,

dass bei Carl Thieme Spitzenporzellan nur eine ganz kurze Zeit, und dann auch nur als eine

Ausnahme angefertigt wurde, führt die Spur eher in die Region Thüringen. Auch die Porzellanfabrik

"Fasold & Stauch" gegr. 1903, hat außer anderen Marken, eben diese Kronenmarke mit zwei

verschlungenen C auf ihren Produkten verwendet. Im Danckert`s "Handbuch des

Europäischen Porzellans" ist als Produktionsprogramm von Fasold & Stauch:

"Zierporzellan mittleren Genres" aufgeführt. Aber eine solche Beschreibung verdienen

sich diese zwei Teepuppen, die ich als Produkte von Spitzenqualität bezeichnen würde auf keinen Fall.

Teepuppen dieser Qualität wurden in der Porzellanfabrik "Ernst Bohne & Söhne"  hergestellt.

Auch in dieser Fabrik wurde eine Kronenmarke in vielen Variationen verwendet.

Weil auch die ungewöhnliche Form der Basis vielen Teepuppen die aus dieser Fabrik stammen

sehr ähnelt, glaube ich nicht falsch zu liegen, wenn ich diese zwei Teepuppen als Produkte

von Ernst Bohne & Söhne bezeichne. Hundertprozenig sicher, bin ich mir aber nicht.

 


Auch die Teepuppe auf diesen Bild (in diesem Fall ist wirklich eher die Bezeichnung Zierpuppe

angebracht) trägt unter ihrem Fuß eine gefälschte Marke. Eine Marke der Manufaktur Sevres,

aus dem Jahr 1771. Hier handelt es sich aber ganz offensichtlich um ein Produkt der Passauer

Porzellanmanufaktur Dressel - Kister & Co.

 

 

 

Die meisten Teepuppen sind aber ohne einer Fabrikmarke, so dass man den Eindruck haben muss,

dass sich die Hersteller ihrer Produkte  schämten. Manchmal findet man auf Teepuppen Marken,

die aber so unleserlich sind, dass es wirkliche Detektivarbeit bedarf um sie zu identifizieren.

 Einmal erwarb ich eine Teepuppe, gemarkt mit einem eingepressten "F" in der Schreibweise

wie es die Porzellanmanufaktur Fürstenberg für ihre Produkte verwendet. Die Marke befand sich

unter Resten von Rostspuren von einem Drahtgestell das ich weggeworfen habe, weil von dem

Stoff nichts mehr zu retten war. Die Freude war natürlich riesengroß, eine Teepuppe von

der Fürstenberger Manufaktur in meiner Sammlung zu haben, und dazu noch den Hinweis,

dass in Fürstenberg Teepuppen hergestellt wurden. Ich schrieb sofort ein Brief, dem ich

auch ein Foto zugefügt habe und wartete voller Spannung, auf die Antwort von der

Fürstenberger Manufaktur, sicher gespickt mit vielen Hinweisen auf Teepuppenherstellung in der

noch existenten Manufaktur. Fehl gedacht! "Es ist uns nicht bekannt, solche Art Porzellanpuppen

hergestellt zu haben" war die Antwort aus Fürstenberg. Ich wälzte in meinen Büchern, ich überlegte

wer diese Marke noch gebrauchte, aber ich fand nichts. Kein Hinweis, keine Spur. Einmal betrachtete

ich diese eingepresste Marke unter veränderten Lichtverhältnissen, und da sah ich es! Auf der Stelle

wo ein Querstrich aus einen geschriebenen T ein F macht hat sich ein kleiner Brandriss

eingeschlichen und so wurde aus einem T das auch die Porzellanfabrik Karl Schneider

in Gräfental benutzte, ein F für Fürstenberg. Es bedarf viel Geduld und Zeit um eine

Teepuppe zu identifizieren, aber vielleicht ist es gerade dieser Umstand der das Teepuppen

sammeln so interessant macht.


Motive und Verzierung:


 Ein unbeteiligter Betrachter von Teepuppen wird sie als süße Püppchen abqualifizieren.

Dem ist aber nicht so! Viele von ihnen stellen bekannte Persönlichkeiten dar.

Beliebte Modelle waren: Marie Antoinette, und ihre Freundin Prinzessin Lamballe, Kaiserin Eugenie,

Elisabeth von Österreich, die Schwedische Sopranistin Janny Lind genannt die Schwedische Nachtigall,

die mysteriöse, als deutsche Spionin verurteilte und hingerichtete Tänzerin die sich Mata Hari nannte,

Madame Pompadour, Prinzessin Wilhelm v. Preußen und die Gräfin und Polnische Schriftstellerin

"Potocka". Auch bekannte Gemälde inspirierten die Modelleure. So das Schokoladenmädchen

nach dem Gemälde "La belle chocolatiere" von Liotard, die englische Schauspielerin

Mrs. Siddons nach dem Bildnis von Brainstorming und das Selbstbildnis der französischen

Malerin Madame Vige Lebrun und Lavinia, nach dem Gemälde von Tizian. Auch der Pierrot,

Clementine und Carmen, die des öfteren auch als Lampenfuß anzutreffen sind, waren beliebte

Modelle, gefolgt von Gestalten aus der Bibel und Geschichte, die den Teepuppenherstellern

Anregung für immer neue Modelle lieferten. Auch verschiedene Nationaltrachten die bei

W. Goebel nach den Bilderbogen des Münchner Verlages Braun & Schneider angefertigt wurden,

haben sich hervorragend für die Verzierung eines Teewärmer geeignet. Die Elsässerin,

Lotringerin Jannet, die Dachauerin und viele andere mehr. 

 

Eine seltene Art Deko Teepuppe. Die Öffnung im Mund, diente einer Scherz-Zigarette,

die beim Anzünden Rauchringe geblasen hat. Solche Zigaretten, könnte man sich selbst hestellen,

in dem man ein Zahn, aus einem Zelluloid Kamm in ein Stück Zigarettenpapier einwickelt.

 Viele Teepuppen wurden mit aufgemalter Kleidung hergestellt aber man stellte auch

ganz unbekleidete Teepuppen her. Diese frivol wirkende "Damen" waren nicht,

wie man denken könnte, für Großvaters erotischen Kabinett bestimmt, sie waren zum vollständigen

bekleiden aus Stoff vorgesehen.

Sehr selten sind Teepuppen, deren Kleidung aus dem sogenannten Spitzenporzellan angefertigt wurden.

In einer Herstellungstechnik die der Arkanist Joseph Adam Hannong um 1770 entwickelt hatte.

Bei diesem Verfahren wurde eine echte Spitze, manchmal auch Tüll, in dünnflüssige Porzellanmasse

getaucht, an dem Rohling geformt und nach dem trocknen im Ofen gebrannt.

Bei der hohen

Temperatur verbrennen die Stofffaser und zurück bleibt die Porzellanspitze in der ursprünglichen Form.

Zuerst wurde nach diese Methode in Meißen, später auch in Ludwigsburg, in Thüringen und anderen Manufakturen rund um Dresden gearbeitet.

So bunt wie die Palette der Modelle, ist auch die Palette der Materialien, die für Teepuppen Herstellung

verwendet wurden.

Sie wurden aus Wachs, Gips, Bakelit, Stoff, verschiedenen Kompositionen,

aus Holz und sogar aus Blech hergestellt. Die schönsten, sind aber unbestritten die aus glasiertem

Porzellan und aus dem sogen. Bisquitporzellan. *(Bisquitporzellan ist ein unglasiertes,

zweimal gebranntes Porzellan. Die Bezeichnung stammt von dem italienischen

"biscotto"= zweimal gebacken.) Teepuppen aus Bisquitporzellan wurden oft ohne anmodelierten

Haar hergestellt. Sie wurden mit Perücken aus Kunsthaar, Mohairhaar oder aus Echthaar vom Werk geliefert.

Die Preise für einzelne Perücken bewegten sich im Jahr 1919 zwischen 12.- M und 27.- M

für einfache Frisuren und zwischen 24.- M und 54.- M für Rokoko und Biedermeierfrisuren

für je ein Dutzend ab Fabrik.

 

TEEPUPPE AUS WACHS 

TEEPUPPE AUS EINER MASSE-KOMPOSITION, DIE ARME SIND AUS BISQUITPORZELLAN, DIE BEKLEIDUNG IST ORIGINAL AUS DER ZEIT 

TEEPUPPE AUS GLASIERTEN CHINAPORZELLAN 

  

UND EINE AUS BISQUITPORZELLAN

 

 

 

 Teepuppen in Wohnkultur der 20er Jahre.


Im Mai 1993 entdeckte ich in der Tschechischen Republik ein Gemälde, das ein Stillleben mit

einer Teepuppe darstellt. Es war in Marienbad (Marianské‚ lázne). Es ist für mich eine wichtige

Dokumentation über Teepuppen in der Wohnkultur der zwanziger Jahre. Das Gemälde

ist signiert und datiert. Leider ist die Signatur undeutlich geschrieben.

"Charley Peklo ? oder Prkno ? 1923." über die Existenz des Künstler ist mir leider nichts bekannt.

Es handelt sich mit großen Wahrscheinlichkeit um einen Österreichischen,

eher aber um einen Tschechischen Künstler. (Tschechisch bedeutet

Peklo die Hölle und Prkno das Brett.)

 

 

 

 

 

 

 

 Später entdeckte ich noch ein Gemälde mit dem selben Motiv das mit

Fritz Ebel signiert ist. Fritz Ebel *1890 in Neuroda/Thüringen studierte, an der

Breslauer Akademie und wirkte besonders in Düsseldorf.

Mehr konnte ich über den Künstler nicht erfahren.

 

 Kürzlich erwarb  ich noch ein Gemälde mit dem Motiv  "Stilleben mit einer Teepuppe".

Die Signatur ist leider unleserlich, was mich aber nur wenig stört.

 

 Solche Gemälde sind eine von den weniger erhaltenen Dokumentationen über Teepuppen,

so wie man sie in den 20er Jahren meist gebrauchte. Als "Vitrinen - und Dekorationspuppen".

 

Teepuppen in der Werbung

 

Bei dieser großen Teepuppe von Gebr. Heubach

ist die eingewebte Zahl 4711 zwar verblichen,

dennoch ist sie aber immer noch sichtbar.
 

Dass Teepuppen, am Anfang des 20 JH als Kaffee oder Teewärmer im Gebrauch waren,

dass weiß jeder Teepuppensammler. Auch ihre Funktion als Nadelkissen, Konfektdosen,

Tischbesen, Lampen usw. sind uns spätestens jetzt allen bekannt. Dass aber Teepuppen

auch in der Werbung ihren Dienst geleistet haben, das ist schon eine weniger bekannte Tatsache.


 EINE ZWEIHUNDERTJÄHRIGE GESCHICHTE DER 4711 KURZGEFASST

oder

DER LANGE WEG VON "AQUA MIRABILIS" BIS ZU DIESER HOMEPAGE.

 

 

 Wo fing die Geschichte an.

 

 


 Die Geschichte der Teepuppe, über die ich hier berichte, fing indirekt mit der Hochzeit des jungen

Kaufmanns Wilhelm Mülhens am 8 Oktober 1792 in der Glockengasse in Köln an. An dem Tag,

bekam das junge Ehepaar von einem Karthäuser Mönch ein scheinbar schlichtes Geschenk,

dass sich später als das wertvollste Hochzeitsgeschenk erwies. Es war ein Arkanum!

Ein geheimes Rezept zur Herstellung des "Aqua mirabilis" das dann später auf der ganzen

Welt als Kölnisch Wasser (Eu de Cologne) oder noch besser als "4711" bekannt wurde.

 

Wie kam es zu diesem magischen Namen ?

Im Jahre 1796 befahl der Französischer Kommandant, General Dauvier in Köln,

alle Häuser mit fortlaufenden Nummer zu versehen, um ein Ende der, in der damaligen

Zeit ungeordneten Strassenbezeichnung zu machen und vor allem die Einquartierung

der Französischen Truppen zu vereinfachen. Und so geschah es, dass das Haus in

der Glockengasse, in dem das "Aqua mirabilis" hergestellt wurde die Nummer 4711 erhielt.

Der junge Ferdinand Mülhens nutzte sogleich die Wirkung dieser magischen Zahl für sein Wasser

aus Köln und seine Entscheidung erwies sich später als entscheidend für das Produkt,

dass schon zweihundert Jahre in der ganzen Damenwelt bestens bekannt ist

Dann kam die Zeit, in der die Werbung noch Reklame hieß.

Die erste gedruckte Werbung für "4711" waren die "Wasserzettel" (Watter Label),

die ab 1800 über die Anwendung und Wirkung des Produktes informierten.: ".....junge Personen

20 bis 30, ältere 50 bis 60 Tropfen innerlich mit Wasser oder Wein gemischt verwenden können ,

so bringt es die beste Wirkung gegen Herzklopfen, auch lindert es Kopfschmerzen,

wenn man es mit der Nase schnuppert."

Ab Ende des 19 Jh. wurden auch die Produktabbildungen zu Werbezwecken eingesetzt.

Danach folgte eine Vielzahl an Werbeaussagen für "4711". So wurde 1909 mit folgenden Aussagen

geworben.:

"Erfrischt und beruhigt die Nerven" und "Intensivste Auffrischung der Zimmeratmosphäre."

1900 hieß es.:

"4711" Eu de Cologne für die Sportwelt unentbehrlich"

"4711 erhält die Wohltat des Bades" und "4711 der angenehmste Reisebegleiter.

1928 konnte man schließlich lesen.:

"Das Wunderwasser aus Köln...........im Siegeslauf hat sich die Welt erobert;

4711 echt Kölnisch Wasser."

.

Die Idee mit der Teepuppe

In dieser Zeit, zwischen den Jahren 1909 und 1928 wurde in einer Deutschen Stadt auch

diese Teepuppe, die von der Porzellanmanufaktur Gebrüder Heubach in Lichte stammt,

zu Werbezwecken für das Duftwasser aus Köln eingesetzt. Sie stand in einem Schaufenster,

umgeben mit Fläschen, Seifen und Cremes, die alle, die Zahl "4711" auf ihren Etiketten trugen.

Die Zeit und die Sonne, hat die Zahl "4711", die in dem Stoff eingewebt wurde ausgeblichen

und die anderen Werbemittel mit denen sie umgeben im Schaufenster stand, wanderten nach

und nach in Sammlungen, die sich ausschließlich mit alter Werbung befassen. Der Händler,

von dem ich die Teepuppe kaufte, hat die ganze Ladeneinrichtung einer alten Parfümerie zum

Verkauf angeboten und ich hätte am liebsten alles nach Hause getragen. Gern hätte ich

wenigstens die Accessoires mit denen meine 4711 Teepuppe umgeben war gekauft, aber schon

der Preis für sie, war bereits so hoch, dass ich noch lange handeln musste, um wenigsten

ein bisschen Benzingeld für den 200 Kilometer langen nachhause Weg in meinem Portemonnaie

zu behalten. Die Investition hat sich aber gelohnt unsd bewies, dass Sammeln nicht nur ein Hobby

ist bei den man das Sammelgut nur hortet, sondern - daß Sammeln auch Horizonte erweitert ,

denn wie sonst hätte ich erfahren können - und mit mir alle Besucher meiner HP,, wie das

"Aqua mirabilis" zu ihren Namen "4711" kam

 

 

 Nicht unerwähnt möchte ich das größte Werk, das sich mit dem Thema

 

Teepuppen befasst.

 

Es sind die sieben Bände von Marc und Shona Lorrin, mit dem Titel

THE HALF – DOLL. Sie sind zwar in der Englischen Sprache verfasst,

aber Hunderte von Abbildungen in Farbe, entschädigen jeden Liebhaber von diesem schönen Sammelgebiet.

Bei der Gelegenheit will ich auch ein bisschen angeben.

Sie finden in jedem dieser Bände viele Teepuppen aus meiner Sammlung.

Verschiedene Bände aus dieser Reihe werden öfter bei EBAY angeboten,

Sie können sich aber auch direkt an Marc Lorrin per e-Mail juniper64@aol.com wenden.

 

 

 

 

 

 

 


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